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28. August 2026
Zur Farbcodierung von Arbeitsmitteln
Wo Lebensmittel hergestellt werden, können kleine Verwechslungen weitreichende Folgen haben. Gelangt beispielsweise eine Schaufel aus einem allergenhaltigen Produktionsbereich in eine andere Produktionslinie, drohen Kreuzkontaminationen, die weitreichende Folgen haben können. Die Farbcodierung von Arbeitsmitteln ist eine unkomplizierte Möglichkeit, schnell für Übersicht und eine eindeutige Zuordnung zu sorgen. Dabei zeigen verschiedene Farben an, zu welchem Prozess oder Bereich ein Arbeitsmittel gehört oder für welchen Verwendungszweck es gedacht ist. Im Rahmen von Reinigungsplänen, HACCP-Konzepten und weiteren Hygienemaßnahmen sind Farbkennzeichnungen eine sinnvolle Ergänzung. Wir schauen aus diesem Grund genauer hin, was es mit den Farbcodierungen auf sich hat.
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Was bedeutet Farbcodierung konkret?
Im Rahmen der Farbcodierung wird relevanten Bereichen innerhalb einer Lebensmittelproduktion eine bestimmte Farbe zugewiesen. Die Arbeitsmittel, die innerhalb dieses Bereichs verwendet werden, erhalten einen entsprechenden Farbcode. Die Einteilung kann unterschiedlich gestaltet sein, beispielsweise nach Produktionszonen, Produktgruppen, Allergenen, Reinigungsschritten oder Risikostufen. Eine sinnvolle Unterscheidung kann auch zwischen Arbeitsmitteln für rohe und verzehrfertige Lebensmittel bestehen.
Wichtig ist, dass ein Farbschema eindeutig ist und durchgängig eingehalten wird. Der Farbcode sollte an den Arbeitsmitteln, am Aufbewahrungsplatz, im Reinigungsplan und in der jeweiligen Betriebsanweisung auftauchen. So erkennen Mitarbeitende auf einen Blick, wo ein Gegenstand oder Werkzeug eingesetzt und gelagert wird. Das erleichtert die Trennung von Arbeitsgeräten und reduziert das Risiko von Kreuzkontaminationen – eine fachkundige Reinigung sowie eine betriebliche Gefahrenanalyse ersetzt das aber selbstverständlich nicht.
Welche Arbeitsmittel lassen sich farblich unterteilen?
Auch wenn das Farbkonzept idealerweise im ganzen Bereich erkennbar ist, lässt es sich am einfachsten bei manuellen Reinigungsgeräten und kleineren Arbeitsmitteln umsetzen. Aber auch Bestandteile von Einwegbekleidung sind in unterschiedlichen Farbgebungen erhältlich. Zu den häufig farblich unterteilten Arbeitsmitteln zählen beispielsweise:
Hand-, Tank- und Rohrbürsten
Besen, Schrubber und Wasserschieber
Eimer, Wannen und Kehrschaufeln
Schaber, Spachtel und Teigabstecher
Hand-, Produkt- und Dosierschaufeln
Schneidebretter, Messer und Zangen
Behälter, Deckel und Abfallgefäße
Reinigungstücher, Schutzhandschuhe und weitere Hilfsmittel zur Reinigung
Einwegbekleidung wie Schürzen, Hauben oder Handschuhe
Am besten erkennbar sind die Farbcodierungen, wenn die Arbeitsmittel vollständig in der entsprechenden Farbe gehalten sind oder über fest integrierte, hygienisch geeignete Farbelemente verfügen. Das ist üblicherweise zuverlässiger als Klebeband oder Etiketten, die sich lösen oder unleserlich werden können. Durch bestimmte Halterungen oder sogenannte Schattenwände bekommt jedes Arbeitsmittel einen festen Platz und es ist sofort erkennbar, wenn etwas fehlt oder falsch platziert wurde.
Welche Vorteile bieten Farbkennzeichnungen?
Der größte Vorteil von Farbcodierungen liegt in ihrer schnellen Erfassbarkeit. Diese wirkt sich wiederum positiv auf weitere Faktoren aus, weshalb beispielsweise folgende Vorzüge mit der konsistenten Nutzung von Farbcodierungen einhergehen:
reduziertes Risiko für die Übertragung von Mikroorganismen, Allergenen und Fremdkörpern
geringe Suchzeiten durch geordnete Arbeitsbereiche
bessere Nachvollziehbarkeit bei Kontrollen und Audits
einfachere Einarbeitung und Unterweisung neuer Beschäftigter durch die klare Zuordnung
frühzeitige Erkennung falsch abgelegter Arbeitsmittel
längere Nutzungsdauer durch passende Aufbewahrung im jeweiligen Arbeitsbereich
Bei korrekter Umsetzung unterstützen Farbcodierungen demnach nicht nur die Lebensmittelsicherheit, sondern auch die Effizienz der Abläufe. Arbeitsmittel werden schneller gefunden, ordnungsgemäß zurückgebracht und landen seltener in falschen Zonen.
Gibt es eine verbindliche Farbgestaltung?
Es gibt kein allgemeingültiges Farbschema für Arbeitsmittel und Arbeitsbereiche. Betriebe können eigene Farbgestaltungen entwickeln, die zu ihren Produkten, Prozessen und den zugehörigen Risiken passen. Blau, Rot, Grün, Gelb und Weiß werden vielfach genutzt, teilweise um weitere Farben wie Orange, Pink oder Violett ergänzt – beispielsweise für besonders risikobehaftete Bereiche. Es ist ratsam, so wenig Farben wie möglich zu verwenden, da zu viele Farbgebungen das System unnötig verkomplizieren und zu höherer Verwechslungsgefahr führen.
Zudem ist es sinnvoll, die Farben so zu wählen, dass sie in einem farblichen Kontrast zu den mehrheitlich dort verarbeiteten Lebensmitteln stehen. So lassen sich Fremdkörper wie abgebrochene Borsten oder Kunststoffteile schneller erkennen.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Farbgebung nicht das einzige Kriterium der Zuordnung ist. Ergänzende Symbole, Nummern oder Beschriftungen kommen nicht nur Menschen mit eingeschränktem Farbsehen zugute.
Nicht verwechseln: Farbcodierung und Arbeitssicherheit
Innerhalb von Lebensmittelproduktionsstätten begegnen Mitarbeitende auch abseits der Farbcodierung zu Hygienezwecken unterschiedlichen Farben. Die individuell gewählten Farben dürfen nicht den in der ASR A1.3 konkretisierten Anforderungen an die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung in Arbeitsstätten im Wege stehen. In der Sicherheitskennzeichnung haben Farben wie Rot, Gelb, Grün und Blau fest definierte Bedeutungen. Sie kennzeichnen beispielsweise Verbote, Warnungen, Gebote, Rettungswege, Erste-Hilfe-Vorrichtungen oder Brandschutzeinrichtungen. Die betriebliche Farbcodierung darf die Wahrnehmbarkeit und Eindeutigkeit dieser Sicherheitszeichen nicht beeinträchtigen.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt zudem eine einheitliche Farbgestaltung von Betriebsanweisungen. Blaue Betriebsanweisungen sind demnach für Maschinen, grüne für die Persönliche Schutzausrüstung und orangefarbene oder rote für Gefahrstoffe vorgesehen. Diese Farbgebung erfüllt daher einen anderen Zweck als hygienische Farbcodes und sollte sich klar davon unterscheiden lassen.
Farbkennzeichnung: freiwillig oder verpflichtend?
Es gibt keine pauschale gesetzliche Pflicht, die den Einsatz von Farbcodierungen in der Lebensmittelindustrie vorschreibt. Allerdings müssen Lebensmittelunternehmen grundsätzlich Verfahren einrichten, durchführen und aufrechterhalten, die auf den HACCP-Grundsätzen beruhen. Dabei sind relevante Gefahren zu ermitteln und durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden, auszuschalten oder auf ein akzeptables Maß zu reduzieren.
Neben dem Ergebnis der Gefahrenanalyse können auch Zertifizierungsstandards eine eindeutige Zuordnung und Kennzeichnung von Reinigungs- und Desinfektionsausrüstung verlangen. Eine Markierung mittels Farbschema ist hierbei eine geeignete, aber nicht die einzige Kennzeichnungsmethode.
Worauf kommt es bei der Umsetzung an?
Die Entscheidung für die Einführung von Farbcodierungen sollte stets auf einer betrieblichen Gefahrenanalyse beruhen. Dabei geht es beispielsweise darum, wo rohe und verzehrfertige Lebensmittel aufeinandertreffen, oder wo Allergene verarbeitet werden. Anschließend können Farben zugewiesen und benötigte Arbeitsmittel gekennzeichnet werden.
Ist ein System definiert, sollte es auch in Reinigungsplänen, Betriebsanweisungen und Schulungsunterlagen dokumentiert werden. Schilder mit Text, Farben und Symbolen unterstützen die tägliche Anwendung. Alle Mitarbeitenden, inklusive externer Reinigungskräfte, müssen das System kennen.
Wie in jedem Bereich einer verantwortungsvollen Lebensmittelproduktion gilt auch hier, dass Überprüfungen unerlässlich sind. Das Farbsystem und die korrekte Zuordnung der Arbeitsmittel sollten regelmäßig kontrolliert werden. Beschädigte, verschlissene oder nicht mehr eindeutig erkennbare Arbeitsmittel sind in der Folge auszutauschen.
Mit Ehlert zu mehr Prozesssicherheit
Bei der Beschaffung von Arbeitsmitteln mit Farbcode ist ein zentraler und einheitlicher Einkauf besonders vorteilhaft. Dieser stellt sicher, dass Farben, Materialien und Ausführungen konsequent zusammenpassen. Auch darüber hinaus ist es von Vorteil, alle notwendigen Bedarfs- und Verbrauchsgüter der Lebensmittelproduktion zuverlässig aus einer Hand zu beziehen.
Mit unserem breiten Sortiment versorgen wir Betriebe der Lebensmittelproduktion seit über einem Jahrhundert mit hochwertigen Artikeln. Von Gewürzen über Werkzeuge und Arbeitsmittel bis hin zu technischen Geräten finden Sie bei uns zahlreiche Lösungen für sichere, hygienische und effiziente Herstellungsprozesse.
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