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26. Juni 2026
Warenkunde Sultaninen
Sultaninen zählen zu den Klassikern unter den Trockenfrüchten. Sie finden sich in Müslimischungen, Backwaren, Süßspeisen, Snacks, Füllungen oder auch in Würzmischungen wieder. Die kleinen Trockenfrüchte werden im kleineren Handwerk sowie in der industriellen Lebensmittelproduktion geschätzt und vielseitig eingesetzt. Dabei sind sie nicht einfach eine süße Zutat: Sultaninen beeinflussen neben dem Geschmack auch Textur, Optik, Feuchtigkeit und damit mitunter die gesamte Rezepturentwicklung eines Produktes. Im Rahmen professioneller Lebensmittelherstellung lohnt sich daher ein genauer Blick auf Herkunft, Verarbeitung, Merkmale und Einsatzmöglichkeiten. Wir rücken Sultaninen in den Fokus.
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Was sind Sultaninen?
Sultaninen sind getrocknete Weinbeeren, die überwiegend aus hellen, kernlosen Trauben mit dünner Schale gewonnen werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Rebsorte Sultana, auch Sultanina genannt, die in den USA auch unter der Bezeichnung Thompson Seedless bekannt ist. Je nach Herkunftsland und Handelspraxis werden diese Bezeichnungen eng miteinander verknüpft oder synonym verwendet.
Sultaninen unterscheiden sich von dunklen Rosinen vor allem durch Farbe, Verarbeitung und Trocknungsführung; die verwendete Traubensorte kann sich jedoch überschneiden. Sultaninen haben eine milde Süße, eine vergleichsweise weiche Textur und in der Regel eine charakteristische gelbliche bis goldbraune Farbe.
Herstellung und Trocknungsverfahren von Sultaninen
Für die Qualität und das Erscheinungsbild ist das Trocknungsverfahren der Sultaninen entscheidend. Im Unterschied zu vielen dunklen Rosinen, die häufig ohne Vorbehandlung getrocknet werden, durchlaufen Sultaninen den Prozess des sogenannten Dippens: Die Trauben werden in eine Emulsion aus Pflanzenöl und Pottasche (Kaliumcarbonat) getaucht. Die Lösung sorgt dafür, dass die natürliche, wachsartige Schutzschicht der Traubenschale nachlässt, sie in der Folge durchlässiger wird und die Feuchtigkeit schneller verdunsten kann. Sultaninen benötigen dadurch weniger Zeit, um zu trocknen, was die natürlichen Bräunungsprozesse reduziert. Das Ergebnis: die helle Farbe und weiche Textur der Sultaninen.
Für eine anhaltende helle, gleichmäßige Färbung, wie sie in der industriellen Lebensmittelverarbeitung häufig benötigt wird, werden Sultaninen oft zusätzlich mit Schwefeldioxid behandelt. Neben dem optischen Effekt sorgt dieser Schritt auch für eine verlängerte Haltbarkeit, da das Wachstum von Hefen, Pilzen und Bakterien weiter gehemmt wird.
Was ist der Unterschied zu Rosinen und Korinthen?
Alle drei Trockenfrüchte gehören zu den getrockneten Weinbeeren. Während „Rosinen“ häufig als Oberbegriff Verwendung findet, wird im Handel in der Regel zwischen Rosinen, Sultaninen und Korinthen unterschieden.
Rosinen sind üblicherweise dunkler, braun bis dunkelbraun, und haben einen kräftigen Geschmack. Diese Merkmale entstehen durch einen längeren Trocknungsprozess, wie der klassischen Sonnentrocknung, bei dem natürliche Oxidations- und Bräunungsprozesse Einfluss auf Farbe und Aroma nehmen.
Korinthen sind besonders kleine, sehr dunkle bis schwarzviolette getrocknete Weinbeeren, die traditionell von der Sorte Black Corinth stammen. Sie haben ein konzentriertes, vergleichsweise intensives Aroma. Neben Gebäck werden sie auch gerne in herzhaften Speisen verwendet.
Nährwertprofil von Sultaninen
Sultaninen sind als Trockenfrüchte eine kompakte Energiequelle. 100 Gramm liefern etwa 300 Kilokalorien, die überwiegend aus Kohlenhydraten bestehen und insbesondere von den natürlich enthaltenen Zuckerarten wie Glucose und Fructose stammen. Der hohe Zuckergehalt ist einer ihrer großen Vorzüge und gleichzeitig ein Grund, einen übermäßigen Verzehr zu vermeiden.
Daneben enthalten Sultaninen unter anderem Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium. Die konkreten Gehalte können je nach Rohware variieren. Hitzeempfindliche Vitamine können beim Trocknungsvorgang teilweise verloren gehen.
Technologische Vorteile von Sultaninen
Sultaninen sind nicht nur Dekor oder Geschmacksträger. Sie beeinflussen die Textur von Speisen, bringen fruchteigene Süße ein und können die Wahrnehmung von Saftigkeit verbessern. In Backwaren nehmen sie Einfluss auf das Verhältnis von Teig, Fruchtanteil und Feuchtigkeit. Je nach Feuchtigkeitsgehalt können Sultaninen unterschiedlich stark Wasser binden, weshalb ihre Rohwarenqualität genau zur jeweiligen Anwendung passen sollte.
In Müslis und Riegeln werden Sultaninen beispielsweise als Bindemittel und Texturgeber eingesetzt, da sich trockene Zutaten wie Haferfocken, Nüsse und Samen über ihre natürliche Klebekraft binden lassen. Durch ihren hohen Gehalt an natürlichen Zuckerarten können Sultaninen dazu beitragen, den Einsatz raffinierten Zuckers zu reduzieren. Als natürliche Zutat können die getrockneten Weinbeeren so auch dazu dienen, bei Verbrauchern weiterhin gefragte Clean-Label-Konzepte umzusetzen.
Sultaninen in der Verarbeitung und beim Einkauf
Bei der Verarbeitung sollte auf eine zur Anwendung passende Rohwarenqualität geachtet werden. Zu trockene Sultaninen können Wasser aus Teig oder Füllungen ziehen, während zu feuchte Ware das Klebeverhalten, die Dosierbarkeit und die Haltbarkeit beeinflussen kann. Je nach Anwendung können verschiedene Verarbeitungsformen sinnvoll sein, beispielsweise Vorquellen, Zerkleinern oder eine leichte Ölbehandlung.
Wichtig sind zudem Spezifikationen zu Farbe, Konsistenz, Größe, Feuchtigkeitsgehalt, Schwefeldioxid-Gehalt und allgemeiner Qualität. Verarbeitet werden vor allem ganze Trockenfrüchte. Daneben gibt es weitere Produktformen wie Sultaninenpaste oder Sultaninensaftkonzentrat, die beispielsweise als fruchtgebende oder süßende Komponente in Produkten wie Joghurt, Eiscreme, Füllungen oder Riegeln eingesetzt werden können.
Was gilt es aus lebensmittelrechtlicher Sicht zu beachten?
Beim Einsatz von Sultaninen gilt es besonders zwei Aspekte zu beachten:
Schwefeldioxid und Sulfite: Viele Sultaninen werden mit Schwefeldioxid oder Sulfiten (etwa E 220 bis E 228) behandelt, um Farbe, oxidative Stabilität und Haltbarkeit zu unterstützen. Diese Stoffe können bei empfindlichen Personen Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Für Sultaninen und Rosinen gilt in der EU ein zulässiger Höchstgehalt von 1.500 mg/kg, ausgedrückt als Gesamt-SO₂. Unabhängig davon besteht eine Kennzeichnungspflicht, wenn Schwefeldioxid oder Sulfite im verzehrfertigen Produkt in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l vorhanden sind.
Ochtratoxin A: Das Schimmelpilzgift kann durch ungünstige Bedingungen während des Anbaus, der Trocknung, des Transports oder der Lagerung begünstigt werden. Für getrocknete Weintrauben, also Korinthen, Rosinen und Sultaninen, gilt in der EU seit Anfang 2023 ein Höchstgehalt von 8,0 µg/kg. Für Backwaren, Getreidesnacks und Frühstückscerealien mit einem Anteil von mindestens 20 Prozent getrockneten Weintrauben gilt ein Höchstgehalt von 4,0 µg/kg.
Bedeutung für Produktentwicklung und Rezeptursteuerung
Dass Sultaninen mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen können, macht sie für die Produktentwicklung besonders interessant. Sie liefern Süße, Fruchtgeschmack, Textur und ein vertrautes Produktbild. Gleichzeitig benötigen sie eine genaue Abstimmung mit der jeweiligen Rezeptur.
Entscheidend ist daher, die Rohware entsprechend der Anwendung zu wählen. Für helle Backwaren können helle, gleichmäßig gefärbte Sultaninen sinnvoll sein. Für rustikale Müslis oder Vollkornprodukte darf die Farbe unter Umständen dunkler und ungleichmäßiger ausfallen. Bei Riegeln und Füllungen können weichere Sultaninen, bei trockenen Mischungen härtere Rosinen Vorteile mit sich bringen. Die passende Auswahl trägt dazu bei, die sensorische Qualität, Prozesssicherheit und Produkterscheinung zuverlässig zu steuern.
Mit Ehlert die Lebensmittelproduktion meistern
Auch Sultaninen zeigen, wie wichtig hochwertige Waren, saubere Prozesse und eine passsende Ausstattung bei der Lebensmittelproduktion sind. Ob beim Lagern, Dosieren, Mischen, Backen, Verpacken oder bei der Qualitätssicherung: Viele einzelne Schritte nehmen Einfluss darauf, ob Zutaten wie Sultaninen ihre Stärken richtig einbringen können. Für Lebensmittelhersteller kommt es dabei nicht nur auf die richtige Rezeptur, sondern auch auf hygienische Arbeitsmittel, geeignete Verpackungen, eine professionelle Betriebsausstattung und hochwertige Verbrauchs- und Bedarfsgüter an. Genau hier kommen wir ins Spiel: Als erfahrener Partner bieten wir Ihnen ein breites Sortiment für professionelle Produktionsabläufe. Bei Ehlert bekommen Sie alles aus einer Hand – für zuverlässige und hochwertige Herstellungsprozesse.
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