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12. Juni 2026

Nässeschutzbekleidung im Lebensmittelbereich: Sicherheit und Hygiene

Bei der Lebensmittelherstellung gehören Feuchtigkeit, Wasser, Reinigungsprozesse und niedrige Temperaturen oftmals zum Arbeitsalltag. Ob in der Fleischverarbeitung, der Großküche oder im Spül- und Reinigungsbereich: Wo Nässe entsteht, sind Mitarbeitende auf einen hochwertigen Nässeschutz angewiesen. Schließlich ist feuchte Kleidung nicht nur unangenehm, sie kann auch die Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Mitarbeitenden sowie die Betriebshygiene negativ beeinflussen. Passende Nässeschutzbekleidung erfüllt somit gleich mehrere Aufgaben – Grund genug, das Thema genauer zu betrachten.

Nässeschutzbekleidung bei Reinigungsarbeiten bei der Lebensmittelproduktion

Was zählt in der Lebensmittelbranche zum Nassbereich?

In der Lebensmittelverarbeitung gibt es verschiedene Arbeitsumgebungen, die zum Nassbereich zählen – diese gehen weit über einen regnerischen Außenbereich bei der Warenanlieferung hinaus. Nassbereich bedeutet, dass dort regelmäßig mit Wasser, Spritzwasser, feuchten Produkten, Flüssigkeiten oder Reinigungsmedien gearbeitet wird. Dazu zählen beispielsweise Arbeitsbereiche der Fisch- und Fleischverarbeitung, wie Schlachtbetriebe und Zerlegebereiche, der Gemüse- und Salatverarbeitung, Produktionsbereiche für Convenience-Produkte, Fleischalternativen oder andere feuchte Lebensmittelzubereitungen sowie Molkereien. Aber auch der Spül- und Reinigungsbereich und Kühlräume mit Kondensation gehören dazu. Insbesondere die Kombination aus Kälte und Nässe erfordert eine spezifische Ausrüstung für Fachkräfte.

Welche Arten von Nässeschutzbekleidung gibt es?

Wie bei allen Bereichen der Berufsbekleidung wird auch die Nässeschutzbekleidung in Abhängigkeit vom Einsatzbereich und ggf. den persönlichen Präferenzen der Fachkraft zusammengestellt. Nicht überall ist eine vollständige Abdeckung des Körpers notwendig. Entscheidend ist, welche Körperbereiche bei der jeweiligen Tätigkeit stark mit Feuchtigkeit oder Flüssigkeit in Berührung kommen.

Klassische Elemente des Nässeschutzes als Berufsbekleidung sind:

  • Nässeschutzjacken und Schlupfjacken für den Oberkörper

  • Nässeschutzhosen und Latzhosen für Beine und Rumpf

  • Nässeschutz-Overalls für umfassenden Schutz

  • Schutzanzüge für spezielle Reinigungs- oder Produktionsbereiche

  • Regenbekleidung in Form von Jacken, Hosen und Regen-Parkas für Außenbereiche, Wareneingang oder Hofarbeiten

  • wasserdichte Stiefel und geeignete Sicherheitsschuhe mit Rutschhemmung

  • Schürzen, Ärmel- und Handschutz als ergänzende Elemente



    Der große Vorteil von Schlupfjacken im Nassbereich ist, dass sie ohne durchgehenden Reißverschluss auskommen. Somit bergen sie weniger Potenzial für das Eindringen von Feuchtigkeit. Für einen zusätzlichen Schutz des Bauch- und Brustbereichs empfehlen sich Latzhosen, während Overalls sinnvoll sind, wenn rundum mit Spritzwasser oder Ähnlichem gerechnet werden muss.

    Was muss Nässeschutz leisten?

    In erster Linie kommt es bei entsprechender Schutzbekleidung darauf an, dass sie zuverlässig gegen Wasser, Spritzwasser und verschiedene andere Flüssigkeiten schützt. Doch für optimalen Schutz und bestmögliche Sicherheit gilt es, weitere Faktoren zu berücksichtigen. So sollte sie robust und hochwertig sein, den Hygienestandards der Lebensmittelbranche entsprechen und einfach zu reinigen sein. Neben geeignetem Material spielen auch Passform und Größe eine Rolle.

    Der Nässeschutz sollte die Bewegungsfreiheit des Mitarbeitenden nicht oder so wenig wie möglich einschränken. Um das zu erreichen, ist elastisches Material eine Hilfe. Die schützende Berufsbekleidung darf nicht stören und muss problemlos über anderer Kleidung getragen werden können, ohne ständig zu verrutschen. Je nach Bereich hat auch das Hängenbleiben aufgrund von zu großer Kleidung gravierende Folgen. Die richtige Größe ist auch bei Stiefeln und anderem Schuhwerk entscheidend – neben der Rutschhemmung nimmt die Passgenauigkeit Einfluss auf Sicherheit und Unfallrisiko.

    Die Norm EN 343 befasst sich mit Schutzkleidung in Arbeitsumgebungen, die von Regen, Wind oder Feuchtigkeit betroffen sind. Sie definiert Anforderungen und gibt eine Orientierung – auch hinsichtlich der Faktoren wie atmungsaktiven Eigenschaften.

    Worauf sollte beim Kauf von Nässeschutzbekleidung geachtet werden?

    Neben den grundsätzlichen Anforderungen an Nässeschutz ist auch die Eignung für den Betrieb und dessen tägliche Arbeitsbedingungen zu beachten. Für gelegentliche Außeneinsätze bei leichtem Regen kann eine einfache Ausrüstung genügen, während der fortwährende Einsatz in feuchten Arbeitsumgebungen eine umfassendere Ausstattung erfordert.

    Da zu enge Kleidung einschränkt und anfälliger für Beschädigungen ist und zu weite das Risiko von Unfällen erhöht, sollte für jeden Mitarbeitenden die passende Größe bereitstehen.

    Folgende Faktoren sind bei der Ausstattung des Nässebereichs mit passender Schutzkleidung zu berücksichtigen:

    • passende Schutzwirkung für den jeweiligen Nassbereich

    • robuste und hygienegerechte Materialien

    • gute Passform mit ausreichender Bewegungsfreiheit

    • einfache Reinigung und Pflege

    • sinnvolle Kombination, etwa aus Stiefeln, Arbeitshandschuhen und Schürzen

    • Berücksichtigung entsprechender Normen und Qualitätsmerkmale

    Warum ist Nässeschutzbekleidung wichtig?

    Nicht ohne Grund ist Nässeschutz ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitsschutzes. Bei fehlendem oder falschem Einsatz bekommen Fachkräfte feuchte Kleidung. Insbesondere wenn die Arbeitsumgebungen zusätzlich gekühlt sind, kann dies gesundheitliche Belastungen mit sich bringen. Darüber hinaus erhöhen nasse Böden, feuchte Ärmel oder ungeeignete Kleidung das Risiko von Unfällen durch unkontrollierte Bewegungen.

    Auch aus hygienischer Sicht spielt Nässeschutzbekleidung eine wichtige Rolle. In der Lebensmittelverarbeitung ist neben Sauberkeit auch die strikte Trennung verschiedener Arbeitsbereiche von Bedeutung – beispielsweise zur Vermeidung von Kreuzkontamination. Genau dabei kann die Kleidung unterstützen. Schutzkleidung trägt dazu bei, Verunreinigungen zu reduzieren und definierte Hygienestandards nach dem HACCP-Konzept einzuhalten. Demnach schützt entsprechende Bekleidung nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch die Lebensmittelsicherheit.

    Wo Nässeschutz nicht ausreicht

    In Produktionsstätten von Lebensmitteln sind Bereiche und Tätigkeiten oftmals aus mehrfacher Sicht sensibel – und Arbeitsschutzbekleidung muss mehreren Faktoren entgegenwirken. Elemente des Nässeschutzes werden oft mit weiterer Schutzbekleidung kombiniert. Dazu gehören zum Beispiel Foodbekleidung, Einwegbekleidung, Kopfbedeckungen, Handschuhe, Schürzen, Sicherheitsstiefel oder Stech- und Schnittschutz. Vor allem in Kühlräumen oder kalten Produktionsbereichen kann zusätzlich Kälteschutzkleidung notwendig sein.



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12.06.2026

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